Körnerpark

 

Wer die Lessinghöhe in Neukölln überquert und der Selkestraße folgt, erblickt inmitten der Mietshäuser plötzlich eine monumentale Balustrade, die quer über die Straße zu laufen scheint. Dahinter bilden große Baumkronen ein dichtes Dach, ihre Stämme scheinen im Erdboden versunken.

Beim Näherkommen löst sich schnell das Rätsel: 5 – 7 m unter dem Niveau der angrenzenden Straßen erstreckt sich ein kleiner neobarocker Garten, der Körnerpark. Er wurde 1912-1916 auf dem Gelände einer ehemaligen Kiesgrube, vermutlich nach einem Entwurf von H.R. Kullenberg angelegt. Dies wurde möglich, nachdem Franz Körner die Kiesgrube 1912 an die Stadt Berlin abgetreten hatte.

Von der Selkestraße führen zwei steile Treppen auf die Terrasse der Orangerie, die sich über die gesamte Westfront hinzieht und heute die „Galerie im Körnerpark“ und ein Café beherbergt. Eine dritte Treppe führt hinunter in den streng axial gestalteten Park.

Vor der Terrasse erstreckt sich ein rechteckiger Rasenplatz, der auf beiden Seiten von einem schmalen Wassergraben und einer abwechslungsreichen Staudenpflanzung gesäumt wird. Im Frühjahr leuchtet das Blau von Gedenkmein neben den zarten Gelbtönen der Primeln.

Räumlich gefasst wird die offene Parkmitte auf beiden Seiten von hohen Buchen und Platanen, unter denen sich Rhododendron ausbreitet. Nördlich schließt noch ein weiterer Blumengarten an.

Als Gegenüber der Terrasse erstreckt sich auf der Ostseite des Parks die Wasserkaskade, an deren Fuß eine Fontäne ihr Wasser bis auf die Höhe der angrenzenden Straßen sprudeln lässt. Die Restaurierung der Wasseranlage in den Jahren 2002/03 bildete den Abschluss der fast 15-jährigen Wiederherstellung des Gartens, die intensiv vom Gartendenkmalamt begleitet wurde.

An der Ostseite des Parks führen zwei Rampen auf das Niveau der angrenzenden Straßen.

Vormittags herrscht Ruhe im Park, abgesehen vom Vogelgesang, nachmittags belebt sich die Szenerie, besonders auf der Terrasse, wo die angebotenen Sonnenstühle und das Café viele Besucher anlocken.

Eine besondere Zierde ist die Berankung der Orangeriefassade: im Wechsel der Jahreszeiten malt der Wein neue Farben und Strukturen: im Frühjahr zeichnen die unbelaubten Zweige zarte Strukturen auf den weißen Putz, es folgen das saftig grüne und später das leuchtend rote Blätterkleid.

Der Körnerpark ist zu allen Jahreszeiten ein einmaliger Garten inmitten Neuköllns.

Adresse: Schierker Straße, Selkestraße, Wittmannsdorfer Straße, Berlin-Neulölln

Öffnungszeiten: Winter: 7.00 Uhr – 20.00 Uhr, Sommer 7.00 Uhr – 22.00 Uhr

Verbindung  U-Bahn 7 bis Karl-Marx-Straße oder Neukölln, S-Bahn 46 bis Neukölln

 

Comments are closed.