Späth-Arboretum in Treptow

Das Späth-Arboretum ist für Gehölz-Freunde ein Eldorado: Mehr als 1.200 Gehölzarten aller fünf Kontinenten alle mit kleinen Namensschilder ausgezeichnet bieten eine umfassenden Überblick über das weite Spektrum möglicher Gartengehölze. Schmale Wege führen den Besucher zu 32 Quartieren, in denen diese überwältigende Vielfalt an Blatt- und Wuchsformen zusammengefasst ist. Es ist ein sehr intimer und ruhiger Garten, in den auch an sonnigen Tagen manchmal nur wenige Interessierte den Weg finden.

Nach dem Spaziergang durch den 3,4 ha großen Garten und das Studium der Gehölze bietet sich noch ein Rast im Steingarten an, mit Blick auf den kleinen Wassergraben oder am Teich mit seinen Seerosen und Trauerweiden.

Zu verdanken haben wir dieses Einod der Familie Späth: bereits 1720 gründete Christoph Späth in Kreuzberg (damals: Luisenstadt) eine erste Gärtnerei, 140 Jahre später zog der Betrieb unter Franz Späth auf das heutige Gelände in Treptow an den „Baumschulenweg“, wo er im Laufe der kommenden Jahrzehnte zur größten Sortimentsbaumschule der Welt ausgebaut wurde.

Angrenzend an den Betrieb wurde ab 1864 die Familien-Villa errichtet und ab 1879 nach den Plänen des Stadtgartendirektors Gustav Meyer ein Hausgarten im englischen Stil mit Rosarium angelegt.

In der Folgezeit wurde der Garten dann nicht nur privat, sondern auch immer mehr als Experimentierfeld für Neuzüchtungen und neu eingeführte exotische Gehölze sowie Schaugarten für die Kunden der Baumschule genutzt, und damit die Grundlage des späteren Arboretums gelegt.

Ab 1896 wurde dem Baumschulenbetrieb eine Abteilung für Gartengestaltung angegliedert, die in den 20er und 30er Jahren des 20. Jahrhunderts stilbildend in der Gartenarchitektur Deutschlands wurde und namhafte Gartenarchitekten ausbildete (u.a. Herta Hammerbacher, Reinhard Lingner und G.B. Pniower).

1945 wurde Hellmut Ludwig Späth im Konzentrationslager Sachsenhausen ermordet und der Betreib vom Reichssicherheitshauptamt beschlagnahmt. In der DDR war die Baumschule Volkseigentum, Garten und Villa wurden 1961 dem Institut für Spezielle Botanik der Humboldt Universität übergeben. Dieses baute das Gebäude zum Institutsgebäude um und öffnete den Garten mit der wertvollen Gehölzsammlung für die Bevölkerung. Der Garten gehört heute zum Institut für Biologie der Humboldt Universität, der Baumschulenbetrieb wurde 1997 an die Familie Späth rückübereignet.

Neben den 1.200 Gehölzarten finden sich heute auch 4000 krautige Pflanzen u.a. im Gewürz- und Arzneipflanzengarten, der auf den Flächen des ehemaligen Rosariums entstanden ist.

Meine Favoriten sind ein riesiger Schnurbaum (Sophora japonica) und eine baumhohe Kletterhortensie (Hydrangea paniculata).

Leider ist das Arboretum nur im Frühling und Sommer zu besichtigen, anschließend lohnt immer ein Besuch der Baumschule und des Baumschulen-Cafés.

An wenigen auf der Internetseite des Arboretums angekündigten Terminen werden Sonntags-Führungen mit Konzert angeboten.

Adresse:                                 Späthstr. 80/81, 12437 Berlin
Telefon:                                   030 – 63 66 941
Öffnungszeiten Park:     01. April – 31.Oktober: Mi, Do, Sa, So und Feiertage 10-18 Uhr
Eintrittspreise:                   1,- Euro, ermäßigt 0,50 Euro
Anfahrt:                                  S-Bahn Baumschulenweg, U-Bahn Blaschkoallee,
                                                     Bus 170, 265 bis Baumschulenstraße/Königsheideweg

Internet:                                 http://www2.hu-berlin.de/biologie/arboretum/arboretum.html

 

 

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