Blankensee

Brücke über die Nuthe

 

Der Gutspark Blankensee ist immer eine Reise wert – und er ist anders – anders als erwartet: denn anders als in den meisten Gutsparken der Mark Brandenburg prägen nicht Wiesen den Park, sondern…, aber davon später.

Blankensee ist von Berlin aus einfach zu erreichen: der Regionalexpress fährt stündlich ab Südkreuz. Nach 20 min kann man in Trebbin aussteigen und dann mit dem Fahrrad noch 10 km durch die Niederungen des Naturparks Nuthe-Nieplitztal fahren, im Frühjahr und Herbst Rastplatz tausender Zugvögel.

Gleich am Ortseingang von Blankensee überrascht die Johannische Kirche. Die 1929 von Joseph Weißenberg erbaute Kirche mit einer imposanten, an Industriearchitektur erinnernden Hallenkonstruktion bietet rund 1.000 Personen Platz und ist das Zentrum der ortsansässigen Urgemeinde Friedensstadt.

Ein paar Straßen weiter erreicht man das Herrenhaus, ohne große Auffahrt, nahezu versteckt gelegen an der Nieplitz und am Blankensee.

Das Schloss wurde 1740 auf den Fundamenten einer alten deutschen Burg im Stil des märkischen Barock für die Familie von Thümen errichtet. Das zweistöckige Gebäude mit Walmdach wurde in den 90er Jahren saniert und durch einen modernen Ostflügel ergänzt.

Hinter dem kleinen Schlosshof führt eine Brücke in den Park: Hier erstrecken sich efeu-überwachsene Flächen entlang der Nieplitz, verbunden mit einer weißen, geschwungenen Brücke. Gen Süden säumen Trauerweiden den Zufluss zum Blankensee. Und zahlreiche Statuen und Büsten sowie ein italienischer Pavillon und ein kleiner Rundtempel überraschen die Besucher.

Dies alles ist das Werk des preußischen Dramatikers Hermann Sudermann, der von 1902 bis 1928 das Gutshaus samt Park als Refugium nutzte und den 1832 nach Entwürfen von Peter Joseph Lenné angelegten Landschaftspark nach seinem Geschmack umgestaltete. Inspiriert durch Reisen nach Italien fügte er die von seinen Reisen mitgebrachten Elemente in den Park ein und schuf ein auch heute noch romantisches Kleinod.

Der kleine Rundgang endet wieder am Eingang des Schlosses. Und es lohnt sich diesen mit einer Rast im Schlosscafé abzuschließen. Auf der Schlosstreppe und im Hof schmecken Kaffee und Kuchen köstlich.

Und wer dann noch Lust und Zeit hat kann auch das Bauernmuseum in Blankensee in einem im 17. Jahrhundert gebauten Fachwerkhaus besuchen. Oder im Frühjahr und Herbst mit Fernglas ausgestattet vom Bohlensteg am Blankensee aus oder vom nahegelegenen Beobachtungsturm am Tümpel Seechen aus die Kormorane, Reiher, Kraniche, Wildgänse – und mit Glück – sogar Eisvögel oder gar Seeadler beobachten.

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