Altmann-Garten in Caputh

Vielfalt im Altmann-Garten

Was fällt Ihnen zu Caputh ein? Es ist malerisch am Schwielowsee gelesen hat ein barockes Schloss und eine Seilfähre. Und vom Restaurant am Fährhaus einen tollen Blick auf den See. Und zahlreiche Villen an den Hängen der angrenzenden Hügel.

Die Kombination von Wasserlage und Hanggrundstücken mit atemberaubendem Blick auf die Seenlandschaft der Havel wurden schon vor über 100 Jahren als Top- Wohnlagen erkannt, die zahlreiche Sommerfrischler aus der nahen Hauptstadt anzogen. Noch heute zeugen die  prunkvollen Villen vom vorletzten Jahrhundertwechsel – z.B. in der Geschwister-Schollstr. 13a, 14 oder 28 – oder die schlichteren Modelle aus den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts – z.B. Geschwister-Schollstr. 29 , oder Waldrand 19- von der Baukunst ihrer Zeit und ihren mehr oder weniger bekannten Bewohnern.
Weithin bekannt ist das Sommerhaus von Albert Einstein, das 1929 von Konrad Wachsmann erbaut wurde und zu dem jedes Jahr Touristen aus aller Welt (Am Waldrand 15-17) pilgern.

Von der andauernden Attraktivität des Ortes zeugen die zeitgenössischen Bauten, die hier und da ergänzt wurden und die zeigen, wie qualitätvolle Architektur der Jetzt-Zeit aussehen kann.

Inmitten der Villenkolonie ist in den vergangenen Jahrzehnten noch ein Kunstwerk ganz anderer Art entstanden: an der Villa der Geschwister-Scholl-Str. 33 auf dem Krähenberg weist ein schlichtes Holzschild auf den Garten Altmann hin. Ein schmaler Weg führt links am Haus vorbei in den hinteren Garten. Aber was für ein Garten!!

Gleich auf den ersten Blick wird deutlich, dass hier ein echter Gartenliebhaber am Werk war: Pflanzen in allen Farben und Formen, Steingewächse, Prachtstauden, Wasserpflanzen, Gräser und Farne, dazwischen Koniferen, Kletterpflanzen und ein großer Walnussbaum. Alles eingefasst durch Buchsbaum in kleinen, rundlichen Beeten, ergänzt durch unzählige Steine unterschiedlichster Form und Farbe.

Der Autor dieses Werkes war Peter Altmann, ein Schüler des bekannten Staudenzüchters Karl Foerster und 28 Jahre Obergartenmeister auf der Potsdamer Freundschaftsinsel.
Aber hier hat er sein eigenes, privates Paradies geschaffen, ganz nach seinen Wünschen und Vorstellungen. “Der Garten muss die vollkommene Harmonie des Menschen mit der Natur sein”

Und das brauchte seine Zeit. In über 30 Jahren ergänzte und gestaltete er seinen Garten und schuf so auf über 1.700 qm eine Pflanzensammlung der besonderen Art mit zahlreichen botanischen Raritäten und vielen außergewöhnlichen Züchtungen:Es sollte möglichst das ganze Jahr durchblühen. Und nicht soviel Rasenflächen. Denn nach Karl Foersters Ausspruch, der Rasen ist zum rasend werden, sollten wir lieber Blumen pflanzen.“

Ende 2005 ist Peter Altmann im Alter von 90 Jahren verstorben. Der Garten ist seit 2001 denkmalgeschützt. Die aktuellen Besitzer des Gartens haben sich verpflichtet, die Anlage in ihrer originalen Substanz zu erhalten und Besuchern den Zugang zu ermöglichen.

Aber wie soll das gehen? Die Pflanzenkenntnisse und die Erfahrung Peter Altmanns sind unersetzbar.  Und die Zeit, die es braucht, diesen Garten zu pflegen, wer kann die erübrigen?

So zeigen sich denn auch Lücken im Paradies. Vereinzelt, aber immer deutlicher werdend.
Also schnell hinfahren, solange der Geist des Gartens noch atmet.

 

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